Film - Kater

Kater Film

Andreas und Stefan leben gemeinsam mit ihrem Kater Moses wie im Paradies. Ein unerklärlicher Gewaltausbruch stellt alles infrage.

Kater Film
© 2000-2016 Muschalik Digitale Medien

Andreas und Stefan haben ein glückliches Leben voller Leidenschaft: Gemeinsam mit ihrem geliebten Kater Moses bewohnen
sie ein schönes altes Haus in den Weinbergen von Wien, sie arbeiten als Musiker und Disponent in demselben Orchester; sie lieben ihren großen Freundeskreis. Ein Gewalt­ ausbruch, plötzlich und unerklärlich, erschüt­ tert ihre Beziehung – der blinde Fleck,den wir in uns tragen.

Kater Film
© 2000-2016 Muschalik Digitale Medien

Moses

Du hast dich ursprünglich gar nicht nach einer solchen Zweisamkeit gesehnt. Aber dann läuft dir ein streunender Kater zu, und es ist um dich geschehen. Plötzlich kommu­ nizierst du mit einem empfindsamen, eigen­ willigen Wesen, das dir seiner Natur nach „fremd“ ist, das die Welt gewiß anders wahr­ nimmt als du, mit anderen, dir zum Teil unbekannten Bedürfnissen, das vor allem mit seinem Verhalten zu dir spricht – in jedem Augenblick ist das berührend, aufregend, oft auch herausfordernd. Was und wie empfin­ det, träumt, erwartet, denkt… fürchtet, wit­ tert, kennt, erinnert, ahnt das Tier? Dem Griff ins warm­vertraute, weiche Fell folgt ein fremder Blick.

Adam + Adam

Das Unerklärliche, das sich zwischen Andreas und Stefan schiebt – Stefans Tat, die auch ihm selbst unbegreiflich ist – läßt sich nicht „auflösen“. Von mangelnder Impulskon­ trolle ist in einem solchen Fall beim Psycho­ therapeuten die Rede – woher aber kommen die Impulse? Ein blinder Fleck, ein kaum in Worte zu fassender Rest von Unberechen­ barkeit lauert in mir: ein winziges Schwarzes Loch ohne Moral, ohne Gewissen, ohne Mitleid, ohne Gnade; die Möglichkeit von Brutalität, die unter Umständen ausbrechen kann. Und doch leben wir auch von Ent­ scheidungen. Dann führt ein Augenblick zur Versöhnung. Und ein böser Baum wird zu Brennholz geschnitten.

Gewinner des Teddy Awards für den Besten Spielfilm auf der Berlinale 2016

Mithilfe der herausragenden Performance einer Katze, nutzt KATER seinen haarigen Star, um die Gewalt, die unter der Oberfläche eines scheinbar idyllischen Lebens lauert, bloß zu legen. Überraschenderweise ist es kein lesbischer Film, dessen Geschichte die ehrliche und einfühlsame Liebe zwischen zwei Männern porträtiert, wie sie selten auf der Leinwand gezeigt wird.

Autor/Regisseur Händl Klaus und sein Team brachten einen meisterhaften Schnitt, wunderschöne Kinematographie und eine großartige Leistung des menschlichen Ensembles zusammen, um eine spannungsvolle Atmosphäre zu kreieren. Das Resultat ist ein packender und verwirrender Film, der zum Nachdenken anregt und das Publikum auch lange nach Verlassen des Kinos nicht loslässt.

Klaus Händl - Drehbuch und Regie

Händl Klaus wurde 1969 in Tirol geboren, nahm Schauspielunterricht in Wien, war am Schauspielhaus Wien engagiert und spielte kleinere Rollen in Filmen von Christian Berger, Urs Egger, Michael Haneke, Jessica Hausner, Dagmar Knöpfel und anderen. Seit 1994 veröffentlicht er Prosa, Hörspiele und Theaterstücke; (WILDE)Mann mit traurigen Augen und Dunkel lockende Welt wurden in Sebastian Nüblings Inszenie­ rung zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Außerdem entstehen Opernlibretti für Beat Furrer, Georg Friedrich Haas, Arnulf Herrmann, Heinz Holliger, Klaus Lang
und Hèctor Parra. Händls Spielfilmdebüt MÄRZ wurde 2008 in Locarno mit Silbernernen Leoparden ausgezeichnet.