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Naschmarkt

Der Naschmarkt ist nicht nur der größte Markt Wiens, sondern auch der bunteste und schönste. Er beginnt direkt neben der Secession, unweit vom Karlsplatz entfernt und erstreckt sich bis hin zur Kettenbrückengasse.

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Das soll heißen: an normalen Werktagen. Ganz im Gegensatz zu Samstagen. Zwischen Dunkelheit und Dämmerung huschen an einem Samstagmorgen nicht nur die Mäuschen über den Platz, sondern ein ganz besonderes Volk der Marktstandler: Flohmarkthändler! Zwischen all dem Kitsch und Tand ist schon so manchem ein ganz wundervolles Juwel günstig in die Tasche gesprungen. Man muss nur früh genug da sein. Insider sind es zum Teil um 6 Uhr früh. Aber auch zur fortgeschrittenen Stunde ist der Besuch des größten Flohmarkt Wiens ein besonderes Erlebnis.

Interessenten von klassischer Musik finden am Beginn des Naschmarktes auf der Linken Wienzeile das Theater an der Wien. Lange Zeit war es ein Musicaltheater und ist jetzt wieder ein Opernhaus. Obwohl in diesem Hause Mozarts Zauberflöte in Zusammenarbeit mit Emmanuel Schikaneder uraufgeführt wurde, kämpft stetig es um die Anerkennung als Oper. Vor einigen Jahrzehnten hat hier die deutschsprachige Uraufführung von Cats das Theater an der Wien als führendes Musicaltheater im deutschsprachigem Raum etabliert. Viele internationale Musicals wurden hier aufgeführt, unter anderem Jesus Christ Superstar, A Chorus Line, aber auch eigene Produktionen wie Sisi - die Geschichte der Kaiserin Elisabeth, der unglücklichen Frau von Kaiser Franz Josef, das aktuell zum zwanzigjährigem Jubiläum der Uraufführung wieder gespielt wird - allerdings im Raimundtheater, da seit einigen Jahren versucht wird, das Theater als drittes Opernhaus der Stadt zu etablieren.

1793 begann das eigentliche Wachstum des Naschmarktes, nachdem ein Gesetz erlassen wurde, nachdem alle Früchte- und Gemüsesorten, die per Kutsche nach Wien gebracht wurden
am Naschmarkt verkauft werden mussten. Um 1900 wurde die Wien (Fluss) kanalisiert und der so geschaffene Platz wurde nun offiziell als Naschmarkt bezeichnet. Otto Wagner, einer der wichtigsten Vertreter der Jugenstil-Epoche, war hauptverantwortlich für die Entwicklung des Naschmarktes in 1905. Allerdings war dieser mehr als Zwischenlösung gedacht, da eigentlich ein Prunkboulevard zwischen der Hofburg und Schloss Schönbrunn geschaffen werden sollte. Leider kam ihnen da der Erste Weltkrieg und somit der Zusammenbruch des Kaiserreiches ein wenig in die Quere. Zwei weitere imposante Hinterlassenschaften Otto Wagners sind die Häuser an der Linken Wienzeile 38 und 40. Das linke Gebäudeist mit Majolika-Fliesen verziert, was ihm den Namen “Majolikahaus” einbrachte.

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Der bekannte Markt hat im Moment über 170 Marktstände mit Spezialitäten aus aller Welt, sowie natürlich auch österreichischen Spezialitäten. Allerdings könnte man sagen, dass der Fokus mittlerweile in die Richtung Süd-Ost Europa, Mittlerer Osten und Fernost geht. Dies wird besonders augenscheinlich, wenn man sich und den geschundenen Touristenfüßchen ein Päuschen in einem der wundervollen Delis wie Do-An, Naschmarkt Deli, Neni, Orient & Occident oder dem Fischspezialisten Umar gönnt.

Rund um den Naschmarkt sind zwei kleinere Sub-Bezirke entstanden. Einerseits ein very little Little China mit Teestuben und Supermärkten, die genau so auch in China stehen (könnten) - wenn man den Schriftzeichen nicht mächtig ist, bleibt einem manchmal nur die Vorstellungskraft über, was sich in Dosen, Tiegeln und Päckchen befinden könnte. Andererseits - und wohl nicht minder interessant - das Schwulenviertel. Unbedingt gesehen haben sollte man das Urgestein Cafe Savoy. In die Abendplanung liesse sich dann eine der zahlreichen Bars wie z.B. das Mango, das Village oder das Sling integrieren.