gay vienna Pratermuseum

Pratermuseum

Im Pratermuseum hat man tatsächlich das Gefühl in der Wunderkammer eines schrulligen Sammlers gelandet zu sein. Auf zwei Etagen findet man allerhand Fotos, Ankündigungen, Gemälde und Relikte, die die lange Geschichte des Wiener Praters zum Leben erwecken. Der Prater besteht schon seit 1873 und diente immer schon der Zerstreuung und Unterhaltung. Das Verständnis von „Unterhaltung‟ hat sich freilich über die Jahre geändert – und der Prater mit ihm.

Zum Beispiel war im späten 19. Jahrhundert das sogenannte „Menschen gaffen‟ beliebt. Dabei wurden Menschen zur Schau gestellt, die nicht der Norm entsprachen. Ein ebenso befremdliches wie interessantes Kapitel der Geschichte, das mit Zwergenschuhen einer „Liliputanerprinzessin‟ nebst dem Anzug eines Riesen illustriert wird, und mit Bildern und Originalplakaten an die „Der Frau ohne Unterleib‟ und die „Affenfrau‟ Julia Pastrana erinnert. Auch Wiens legendäre starke Männer, die früher im Zirkus auftraten kommen zu Ehren. Wer einen Bummel durch den Prater anschließt wird sehen, dass diese Spezies noch nicht ausgestorben ist und sich heute in veränderter Form an den Kraftmess-Automaten trifft. Wer den Prater mag, der wird ihn nach dem schaurig-schönen Besuch im Museum noch mehr lieben. Wer ihn nicht mag, dem ist ohnehin nicht zu helfen.

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