Römermuseum Wien Roman Museum Vienna

Römermuseum Wien

Vindobona - das ist der römische Name von Wien. Im Jahr 6 unserer Zeit waren das erste Mal römische Legioäre im Wiener Becken. Später wurde eine Legion fix im Bereich der Wiener Innenstadt stationiert. Eine Legion, das bedeutet 6000 Soldaten und diese müssen natürlich auch versorgt und unterhalten werden. Deshalb entstand in süd-östlicher Richtung eine zivile Siedlung, in der die Familien der Soldaten sowie Händler und Handwerker siedelten.

Vindobona im Wiener Stadgebiet
Vindobona

Mit dem militärischen Lager wurden auch Thermen, Tempel und weitere Einrichtungen für die Mannschaften errichtet, um ihnen das Leben abseits der Hauptstadt in der Provinz Pannonien so angenehm wie möglich zu machen. Vindobona sollte ein Schutz gegen die Barbaren aus dem Germanicum dienen un die meiste Zeit hat das auch sehr gut funktioniert. Nur 30 Jahre von über 300 Jahren waren von kriegerischen Handlungen überschattet. Berühmt im ganzen römischen reich wurde Vindobona durch die Anwesenheit des letzten der 5 „guten“ Kaiser Marc Aurel, des Philosophenkaisers, der einen Teil seiner „Selbstbetrachtungen“ hier geschrieben hat. Am 17. März 180 ist der Kaiser in Vindobona verstorben und damit eine unruhige Zeit im römischen Imperium ausgelöst.

Im Museum selbst findet man 6 m unter dem heutigen Bodenniveau die Überreste zweier Tribunenhäuser. Das Highlight: Man kann die Funktionsweise von römischen Fußbodenheizungen besonders gut nachvollziehen. In den oberen Stöcken werden Funde von Götterstatuetten, Genii, Münzen, Keramik, Öllampen sowie Grabstelen betrachten. Ebenso ein ausgezeichnetes Video über die Wasserversorgung des antiken Vindobona. Das kleine Museum legt dabei besonders auf die kindergerechte Geschichtsvermittlung wert: Es gibt viel zu drehen, basteln und spielen. So gibt es einen Nachbau des Lagers mit Playmobil, mehrere „Keramikscherben-Puzzles“ und jede Menge andere Gegenstände, die man berühren und mit denen man spielen kann. Sogar auf dem WC kann man über die Latrinen des antiken Rom etwas (amüsantes) lernen.

Laren und Götterstatuen im Römermuseum
Laren, Genii und Götter

Es wird nicht nur die militärische Nutzung des Legionslagers, sondern ebenso auf die zivilen BewohnerInnen eingegangen: Wirtschaft, Familienleben, Handwerk und Freizeitgestaltung. Dabei wird nichts beschönigt oder verklärt - auch die Bordelle des alten Vindobona haben ihren Platz in der Ausstellung. Vor allem dem Multikulturalismus wird Raum gegeben: An der Grenze der römischen Provinz Pannonien lebte eine keltisch-illyrische Bevölkerung. Mit den römischen Legionen kamen Menschen aus dem gesamten Gebiet des römischen Reichs nach Wien.

Im Eingangsbereich gibt es einen kleinen Museumsshop mit interessanten Büchern über das römische Wien von der Stadtarchäologie, römische Spiele für Kinder und Erwachsene und Nachbildungen von Originalfundstücken. Für die Besichtigung sollte man ungefähr 1 Stunde einplanen.